Die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau stabilisieren sich 2025 nach dem Rückgang im Jahr 2024, anstatt in einen breit angelegten Aufschwung überzugehen. Die Inlandsnachfrage bleibt aufgrund schwacher Investitionen, hoher Finanzierungskosten und verschobener Modernisierungspläne verhalten. Die Exportnachfrage bietet die wichtigste Stütze, insbesondere in den Bereichen Automatisierung, Energietechnik, Halbleiter und Prozesstechnik. Die Ausschreibungsaktivität nimmt zu, doch die Umwandlung in Aufträge bleibt langsam. Die Unterschiede zwischen Segmenten und Regionen werden bei den Auftragsbeständen und der Kapazitätsplanung immer deutlicher.
Auftragstrends im deutschen Maschinenbau im Jahr 2025
Der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau im Jahr 2025 dürfte weiterhin uneinheitlich bleiben und schwache inländische Investitionen, eine gedämpfte Nachfrage im Euroraum sowie vergleichsweise stärkere Impulse aus ausgewählten Exportmärkten widerspiegeln. Nach dem rückläufigen Muster, das sich über weite Teile des Jahres 2024 zeigte, werden die Auftragseingänge voraussichtlich eher stabilisieren als deutlich anziehen. Hersteller von Investitionsgütern sehen sich mit vorsichtiger Budgetierung ihrer Kunden, hohen Finanzierungskosten und verschobenen Modernisierungsprojekten konfrontiert, insbesondere bei Werkzeugmaschinen, Automatisierungstechnik und Produktionstechnologien.
Zunehmende Auftragssichtbarkeit zeichnet sich in Segmenten ab, die mit Energieeffizienz, Elektrifizierung, Halbleiterkapazitäten, verteidigungsbezogener Produktion und Modernisierungen in der Prozessindustrie verbunden sind. Die Auftragsbestände sind jedoch weiterhin kürzer als während des Investitionszyklus nach der Pandemie, was die kurzfristige Produktionssicherheit begrenzt. Regionale Nachfragemuster prägen die Branchenentwicklung weiterhin: Projekte in Nordamerika und ausgewählten asiatischen Märkten stützen bestimmte Zulieferer, während die europäische Industrieaktivität gedämpft bleibt. Insgesamt deutet der Trend für 2025 auf eine schrittweise Normalisierung, erhebliche Unterschiede zwischen den Maschinenkategorien und nur moderate Verbesserungen bei Kapazitätsauslastung und Umsatzerwartungen hin.
Inländische versus Exportmaschinenbestellungen
Inländische Maschinenaufträge liefern einen wichtigen Indikator für die Investitionstätigkeit in der gesamten deutschen Industrie, insbesondere in den Kernbereichen des verarbeitenden Gewerbes und der Automatisierung. Die Exportnachfrage ist weiterhin stärker globalen Investitionszyklen, Wechselkursbewegungen und den Bedingungen in wichtigen Absatzmärkten ausgesetzt. Der Vergleich beider Auftragsströme verdeutlicht, ob die aktuelle Dynamik von inländischen Ersatzinvestitionen oder von einer breiter angelegten Erholung der internationalen Maschinennachfrage getragen wird.
Inländische Auftragstrends
Jüngste Daten zu Maschinenbestellungen weisen auf eine zunehmende Divergenz zwischen den Nachfragequellen hin: Inlandsaufträge bleiben verhalten, während Exportaufträge den stabileren Beitrag zu den Produktionsvolumina im deutschen Maschinenbau leisten. Innerhalb Deutschlands konzentriert sich die Investitionszurückhaltung weiterhin auf kapitalintensive Abnehmerbranchen, in denen Unsicherheit über Energiekosten, Finanzierungsbedingungen und die Kapazitätsauslastung Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen verzögert.
Der inländische Auftragstrend spiegelt somit schwache lokale Nachfrageimpulse wider und keine breit angelegte Erholung. Kleinere und mittelgroße Maschinenanschaffungen werden weiterhin getätigt, insbesondere für Automatisierung, Effizienzsteigerungen und wartungsbezogene Anforderungen, doch diese Transaktionen haben sich bislang nicht in einem nachhaltigen Auftragswachstum niedergeschlagen. Das regionale Konjunkturvertrauen bleibt fragil und begrenzt die Bereitschaft, sich auf längerfristige Investitionen festzulegen. Für die Hersteller bedeutet dieses Muster eine ungleichmäßige Kapazitätsplanung: Die Inlandsnachfrage stützt das Servicegeschäft und ausgewählte Nischen, liefert jedoch nicht genügend Dynamik, um die aggregierten Auftragseingänge des Sektors spürbar zu erhöhen.
Ausblick auf die Exportnachfrage
Trotz schwacher Investitionen im Heimatmarkt bleiben Exportaufträge im Maschinenbau die wichtigste stabilisierende Kraft der Branche, gestützt durch die Nachfrage aus wichtigen europäischen Märkten, Nordamerika und ausgewählten asiatischen Industriesegmenten. Die globale Nachfrage ist jedoch uneinheitlich, wobei sich die Investitionsausgaben auf Automatisierung, Energietechnik, Halbleiterproduktion und Prozesstechnik konzentrieren. Die Exportvolumina profitieren von diversifizierten Kundenstämmen, während die Inlandsaufträge weiterhin durch Finanzierungskosten und zögerliche Investitionsentscheidungen gebremst werden.
- Die Nachfrage in der Eurozone erholt sich schrittweise, angeführt von Ersatzinvestitionen und industrieller Modernisierung.
- Aufträge aus Nordamerika stützen Anbieter von Automatisierungs-, Verpackungs- und Energiewendemaschinen.
- Die Nachfrage in Asien bleibt selektiv und begünstigt hocheffiziente Produktionssysteme sowie spezialisierte Anlagen.
- Zöllauswirkungen führen zu Planungsunsicherheit, insbesondere bei transatlantischen Lieferketten und preissensiblen Projekten.
Wie die globale Nachfrage Aufträge beeinflusst
Die globale Nachfrage bleibt ein entscheidender Treiber für die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau, wobei Exportmärkte über zahlreiche Maschinensegmente hinweg einen erheblichen Anteil am Neugeschäft ausmachen. Die globale Nachfrage ist jedoch uneinheitlich: Energie, Automatisierung, Prozesstechnik und Ausrüstung zur Unterstützung der Elektrifizierung weisen vergleichsweise robuste Auftragseingänge auf, während Investitionsgüter im Zusammenhang mit Bauwirtschaft und konventionellen Industriekapazitäten weiterhin schwächer bleiben.
Regionale Unterschiede werden in den Auftragsbüchern zunehmend sichtbar. Die Nachfrage in Nordamerika wird durch Infrastruktur-, Halbleiter- und Lokalisierungsinvestitionen gestützt, während China eine selektive Nachfrage nach fortschrittlichen Maschinen bei gleichzeitig intensivem lokalem Wettbewerb zeigt. Die europäischen Märkte bleiben aufgrund der schwachen Industrieproduktion belastet, obwohl Modernisierungsprojekte einzelne Nischen stützen.
Auch Preiseffekte beeinflussen die ausgewiesenen Werte. Höhere Kosten für Vorleistungen, Energie und Logistik haben in einigen Kategorien die nominalen Auftragsvolumina erhöht, selbst wenn die Stücknachfrage unverändert bleibt. Dies erschwert Vergleiche mit früheren Zeiträumen. Damit zeichnet sich ein klarer Branchenwandel ab: Die Aufträge verlagern sich hin zu Effizienz, Digitalisierung, Energiesystemen und Automatisierung, wodurch die Abhängigkeit von der traditionellen zyklischen Maschinennachfrage verringert wird.
Warum Kunden länger mit dem Kauf warten
Investitionsentscheidungen von Kunden im deutschen Maschinenbau unterliegen zunehmend längeren Genehmigungs- und Beschaffungszyklen. Anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit verlängert die Projektlaufzeiten, insbesondere bei Kapazitätserweiterungen und Automatisierungsinvestitionen. Straffe Finanzierungsbedingungen erhöhen weiterhin die Kapitalkosten und veranlassen Käufer dazu, größere Maschinen- und Anlagenbestellungen aufzuschieben oder schrittweise umzusetzen.
Investitionsentscheidungen verzögern sich
Investitionsentscheidungen im deutschen Maschinenbau dauern länger, da Kunden größere Investitionsausgaben angesichts einer schwachen Industrienachfrage, erhöhter Finanzierungskosten sowie Unsicherheiten über Energiepreise, Regulierung und Exportmärkte verschieben. Der Auftragseingang hängt zunehmend von stufenweisen Freigaben ab, wobei Käufer Modernisierungen gegenüber kompletten Produktionslinien priorisieren. Längere Beschaffungszyklen verringern die kurzfristige Planbarkeit für Zulieferer und erschweren die Kapazitätsplanung.
- Projekte werden in kleinere Investitionspakete aufgeteilt.
- Finanzierungsbedingungen erhöhen die geforderten Renditeschwellen.
- Kunden verlangen verbindlichere Zusagen zu Lieferterminen, Service und Preisen.
- Die Preispolitik wird zentral, da Hersteller ihre Margen schützen.
Das Muster zeigt sich besonders bei exportorientierten Anlagen, Automatisierungstechnik und Prozesstechnik, wo Beschaffungsteams die Lebenszykluskosten genauer vergleichen. Lieferanten berichten von einer stärkeren Ausschreibungsaktivität, jedoch von einer langsameren Umwandlung in verbindliche Aufträge. Infolgedessen bleibt die Auffüllung der Auftragsbestände uneinheitlich, während Vertriebsteams Angebote länger aufrechterhalten und sich ändernde Spezifikationen steuern müssen, bevor Verträge freigegeben werden.
Wirtschaftliche Unsicherheit verlängert Zeitpläne
Diese langsamere Umwandlung von Angeboten in Aufträge spiegelt einen breiteren Anstieg der wirtschaftlichen Unsicherheit im deutschen Maschinenbau wider. Kunden verlängern ihre internen Genehmigungsprozesse, da Exportnachfrage, Energiekosten und Industrieproduktion weiterhin schwer vorhersehbar sind. Das Ergebnis sind nicht unbedingt abgesagte Investitionen, sondern ein längerer Zeitraum zwischen technischer Bewertung, Lieferantenauswahl und Vertragsunterzeichnung.
Für Maschinenhersteller wirken sich Konjunkturrisiken zunehmend auf das Projekt-Timing in wichtigen Kundensektoren aus, darunter Automobilindustrie, Chemie, Metallverarbeitung und Verpackung. Unternehmen priorisieren Daten zur Kapazitätsauslastung und kurzfristige Auftragstransparenz, bevor sie sich zu Automatisierungs- oder Ersatzinvestitionen verpflichten. Investitionsschwankungen zeigen sich daher stärker in den monatlichen Auftragseingangszahlen, selbst wenn der mittelfristige Modernisierungsbedarf bestehen bleibt. Auftragspipelines können technisch aktiv bleiben, während ihre Umwandlungsrate sinkt, was die Produktionsplanung und Umsatzprognosen der Lieferanten erschwert. Dieses Muster betrifft insbesondere kapitalintensive, kundenspezifische Systeme mit langen Entscheidungszyklen.
Finanzierungsbedingungen bleiben angespannt
Obwohl sich die Leitzinsen stabilisiert haben, bleiben die Finanzierungsbedingungen für den Kauf deutscher Maschinen restriktiv, da Fremdkapitalkosten, strengere Kreditprüfungen und höhere Eigenkapitalanforderungen die Hürde für die Genehmigung von Projekten erhöhen. Dieser Druck ist besonders bei mittelständischen Herstellern sichtbar, wo Unsicherheit über die Nachfrage die Bereitschaft verringert, sich zu mehrjährigen Investitionsausgaben zu verpflichten. Die Anfragen zu Leasing- und Herstellerfinanzierungen nehmen zu, doch die Genehmigungsverfahren bleiben selektiv.
- Höhere Schuldendienstkosten verringern die erwarteten Renditen von Automatisierungsprojekten.
- Banken verlangen stärkere Auftragsbestände und detailliertere Nachweise zur Cashflow-Entwicklung.
- Kunden verschieben Ersatzinvestitionen und verlängern dadurch die Nutzungsdauer von Maschinen über die geplanten Intervalle hinaus.
- Exportorientierte Käufer sehen sich zusätzlichen Währungs- und Länderrisikoprämien gegenüber.
Infolgedessen verlängern verzögerte Investitionen die Vertriebszyklen bei Werkzeugmaschinen, Automatisierungstechnik und Produktionssystemen. Lieferanten berichten von mehr Angeboten, aber weniger sofortigen Vertragsabschlüssen, was die ungleichmäßigen Auftragseingangsmuster bis 2025 verstärkt.
Maschinensegmente gewinnen neue Aufträge
Die Auftragseingänge verstärken sich am deutlichsten in der Automatisierungstechnik, bei Prozessanlagen und bei energierelevanten Maschinen, wo Hersteller von einer steigenden Nachfrage nach Effizienzmodernisierungen, Elektrifizierungsprojekten und der Modernisierung von Produktionskapazitäten berichten. Anbieter von Robotik, Steuerungssystemen, Sensortechnik und industrieller Software profitieren davon, dass Kunden Arbeitsproduktivität, digitale Überwachung und flexible Fertigungslinien priorisieren. Die Automatisierungsnachfrage wird insbesondere durch Investitionsprogramme in der Automobilzulieferindustrie, Logistik, Lebensmittelverarbeitung und Pharmaindustrie gestützt.
Auch verfahrenstechnische Unternehmen verzeichnen festere Projektpipelines für Pumpen, Kompressoren, Filtrationssysteme und thermische Anlagen. Die Nachfrage steht zunehmend im Zusammenhang mit strengeren Energieeffizienzanforderungen, Anwendungen für Kreislaufmaterialien und Kapazitätserweiterungen in der Chemie- und Life-Sciences-Branche. Energieinvestitionen sorgen für zusätzliche Aufträge bei Netzausrüstung, wasserstoffbezogenen Systemen, Wärmepumpen und Maschinen für die Herstellung erneuerbarer Energietechnologien.
Das Auftragswachstum bleibt projektgetrieben und ist nicht breit angelegt, da Kunden modulare Lösungen, kurze Amortisationszeiten und nachweisbare Einsparungen bei den Betriebskosten bevorzugen. Die Exportnachfrage aus europäischen Märkten sowie ausgewählte nordamerikanische Industrieprojekte stärken diese Segmente weiterhin.
Maschinensegmente mit rückläufigen Auftragseingängen
Im Gegensatz dazu schwächt sich die Nachfrage im Werkzeugmaschinenbau, bei Baumaschinen und bei konventionellen Maschinen für die Automobilproduktion ab, da Kunden Investitionsausgaben verschieben – angesichts einer verhaltenen Industrieproduktion und unsicherer Kapazitätsauslastung. Die Auftragsbücher leeren sich besonders sichtbar bei exportabhängigen Zulieferern, während kürzere Planungshorizonte die Stornorisiken erhöhen.
- Werkzeugmaschinenhersteller sehen sich mit verzögerten Ersatzinvestitionen konfrontiert, insbesondere seitens der Metallverarbeitung und der Fahrzeughersteller.
- Die Nachfrage nach Baumaschinen wird durch den schwachen Wohnungsbau, hohe Finanzierungskosten und eine langsamere kommunale Beschaffung gebremst.
- Zulieferer von Automobilproduktionsmaschinen berichten von einem Auftragsstopp bei Zulieferern, da OEMs Produktionsvolumina und Modellzyklen neu bewerten.
- Die Auftragseingänge in Asien bleiben uneinheitlich, wobei die China-bezogene Nachfrage durch lokale Überkapazitäten und ein vorsichtiges Investitionsverhalten beeinträchtigt wird.
Der Rückgang konzentriert sich auf Standardausrüstungen und nicht auf hochspezialisierte Systeme, doch schwächere Auftragseingänge wirken sich zunehmend auf die Auslastungsraten aus. Die Unternehmen reagieren mit einem Abbau der Zeitarbeit, strafferen Lagerbeständen und einer selektiven Produktionsplanung. Die Exportabhängigkeit bleibt ein entscheidender Risikofaktor, insbesondere dort, wo Kunden Projekte aufschieben, anstatt sie formal zu stornieren.
Automatisierungs- und Energieprojekte treiben Aufträge an
Die Nachfrage erweist sich in den Bereichen Automatisierung, Elektrifizierung und Energieinfrastrukturprojekte als widerstandsfähiger, da Investitionen durch Arbeitskräftemangel, Effizienzziele und Anforderungen des Netzausbaus gestützt werden. Deutsche Maschinenbauzulieferer verzeichnen vergleichsweise stabile Anfragevolumina für Robotik, Antriebstechnik, Steuerungssysteme, Leistungselektronik und Ausrüstung für die Netzmodernisierung.
Energiewendeprojekte stützen die Nachfrage nach Komponenten für die Integration erneuerbarer Energien, Speicher, Wasserstoffanlagen und Hochspannungsübertragung. Auch Investitionen in die Automatisierung werden priorisiert, da Hersteller einen höheren Output je Beschäftigtem und eine besser planbare Prozessqualität anstreben. Dadurch verlagern sich die Engineering-Prioritäten hin zu digitalen Steuerungen, modularen Produktionssystemen und energieeffizienten Maschinen.
Das Muster bleibt eher selektiv als breit angelegt. Ein anhaltender Investitionsaufschub belastet diskretionäre Ersatzbeschaffungen und exportorientierte industrielle Erweiterungen, während strategisch notwendige Projekte fortgeführt werden. Die Auftragspipelines deuten daher auf einen gespaltenen Nachfragezyklus hin: Konventionelle Investitionsgütersegmente bleiben vorsichtig, während Automatisierungs- und energiebezogene Anwendungen stabilisierende Nachfrage bieten. Projektlaufzeiten und die Planung im öffentlichen Sektor beeinflussen weiterhin den Zeitpunkt des Auftragseingangs.
Lieferkosten und Kapazität bei Maschinenaufträgen
Steigende Material-, Energie- und Logistikkosten erhöhen den Wert eingehender Maschinenaufträge, während sie gleichzeitig die Margen der Zulieferer unter Druck setzen. Gleichzeitig verlängern die begrenzte Verfügbarkeit von Komponenten und die Kapazitäten bei Fachkräften die Lieferzeiten in wichtigen Ausrüstungssegmenten. Diese Faktoren dürften die kurzfristige Auftragsumsetzung trotz anhaltender Nachfrage in Automatisierungs- und Energieprojekten begrenzen.
Steigende Beschaffungskosten
Im deutschen Maschinenbau erhöhen höhere Preise für Energie, Materialien, Komponenten und Logistik die Kostenbasis neuer Maschinenaufträge. Der Kostendruck ist besonders bei stahlintensiven Anlagen, Automatisierungssystemen und Exportprojekten mit langen Angebotszeiträumen sichtbar. Kostensteigerungen verringern die Margensicherheit, wenn Verträge keine indexierten Anpassungsklauseln enthalten, während Lieferkettenrisiken die Beschaffungsaufschläge für kritische Elektronik und Präzisionsteile erhöhen.
- Energieintensive Zulieferer geben Strom- und Gaskosten häufiger weiter.
- Die Volatilität der Metallpreise erschwert Festpreiskalkulationen für mehrjährige Projekte.
- Fracht-, Zoll- und Versicherungskosten erhöhen die gelieferten Komponentenkosten.
- Käufer verlangen in Ausschreibungen zunehmend transparente Eskalationsmechanismen.
Umfrageindikatoren deuten daher darauf hin, dass der Auftragseingang wertmäßig stabil bleiben kann, während die reale Projektprofitabilität sinkt. Hersteller reagieren darauf mit einer Diversifizierung der Lieferanten, Neuentwicklungen, Rahmenvereinbarungen und einer strengeren Kostenüberwachung über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg.
Kapazitätsbeschränkungen bei Bestellungen
Produktionsengpässe prägen zunehmend die Auftragsabwicklung im Maschinenbau in Deutschland, da der Mangel an qualifizierten Fachkräften, begrenzte Engineering-Kapazitäten und eine ungleichmäßige Lieferantenverfügbarkeit die Lieferzeiten verlängern. Hersteller berichten, dass Engpässe bei elektrischen Komponenten, Gussteilen und Automatisierungsteilen weiterhin die Produktionsplanung beeinträchtigen, insbesondere im exportorientierten Anlagenbau und in der Serienfertigung von Maschinen. Lieferengpässe in der Serienproduktion erhöhen den Working-Capital-Bedarf, weil Bestände kritischer Teile ausgeweitet oder zu höheren Preisen beschafft werden müssen. Gleichzeitig begrenzen knappe Techniker- und Konstrukteurskapazitäten den Durchsatz in Montage, Inbetriebnahme und Service. Die Kapazitätsauslastung kann trotz schwächerer Auftragseingänge hoch bleiben, da Auftragsbestände längere Bearbeitungszeiten erfordern. Terminverschiebungen bei den Auslieferungsterminen beeinflussen somit Umsatzrealisierung, Kundenabnahme und Zahlungspläne. Unternehmen mit diversifizierten Lieferantennetzwerken, standardisierten Plattformen und modularen Konstruktionen sind besser positioniert, um Lieferzeiten zu stabilisieren und Margen zu sichern.
Was Nachholbedarfe im Maschinenbau offenbaren
Auftragsbestände liefern einen vorausschauenden Indikator für die Aktivität im deutschen Maschinenbau und zeigen, wie lange die bestehende Nachfrage die Produktion trotz schwächerer Auftragseingänge stützen kann. Sie übersetzen frühere Vertragsabschlüsse in messbare Produktionsabdeckung, insbesondere in kapitalintensiven Segmenten mit langen Projektzyklen.
- Produktionssicherheit: Hohe Auftragsbestände stützen die Auslastung, Personalplanung und Abrufe bei Zulieferern über mehrere Monate und verringern die unmittelbare Abhängigkeit von volatilen monatlichen Auftragseingängen.
- Sektorale Unterschiede: Automatisierungstechnik, Prozessausrüstung und energienahe Maschinen weisen häufig eine längere Abdeckung auf als Standardmaschinen, was komplexe Spezifikationen und verzögerte Liefertermine widerspiegelt.
- Regionale Zusammensetzung: Exportorientierte Auftragsbestände zeigen die Abhängigkeit von der Investitionstätigkeit in Europa, China und Nordamerika; Veränderungen in der Kundengeografie können Lieferzeitpunkte und Margen beeinflussen.
- Qualität der Nachfrage: Auftragsbestandsindikatoren müssen bewertet werden zusammen mit Stornierungsquoten, Auftragsänderungen und Preisanpassungen. Nachfragesignale sind stärker, wenn die vertraglich vereinbarten Mengen ohne wesentliche Verschiebungen in geplante Lieferungen übergehen.
Ein rückläufiger Auftragsbestand deutet nicht automatisch auf eine schwache Produktion hin, aber ein anhaltender Abbau verringert die Produktionspuffer und erhöht die Sensitivität gegenüber Schwankungen bei den Auftragseingängen.
Ausblick für Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau
Obwohl die kurzfristige Nachfrage weiterhin uneinheitlich bleibt, hängt der Ausblick für Aufträge im deutschen Maschinenbau zunehmend von Investitionszyklen in Automatisierung, Energieinfrastruktur, verteidigungsnahe Produktion und industrielle Modernisierung ab. Exportorientierte Zulieferer sehen sich einem gemischten Umfeld gegenüber: Schwache Investitionsausgaben in Teilen Europas stehen Projektaktivitäten in Nordamerika, Indien, Südostasien und ausgewählten Golfmärkten gegenüber. Die Nachfrage nach Anlagen dürfte dort steigen, wo Hersteller veraltete Ausrüstung ersetzen, den Energieverbrauch senken und Kapazitäten für Batterien, Halbleiter, Netztechnik und Robotik ausbauen.
Die Auftragserholung wird eher schrittweise als breit angelegt verlaufen. Kürzere Lieferzeiten, ein geringerer Druck durch Vorleistungskosten und sich stabilisierende Zinserwartungen können Investitionsentscheidungen unterstützen, doch Finanzierungsengpässe und geopolitische Unsicherheit verzögern weiterhin große Projekte. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller wird von digitalen Servicekompetenzen, spezialisiertem Engineering und wettbewerbsfähigen Lieferketten abhängen, die Unterbrechungsrisiken begrenzen. Unternehmen mit Engagements in der Prozessindustrie, Elektrifizierung und automatisierten Produktion dürften vergleichsweise robuste Anfragevolumina verzeichnen. Ein nachhaltiger Aufschwung erfordert eine stärkere globale Industrieproduktion und neues Vertrauen der Investoren im verarbeitenden Gewerbe.